Cyberkriminalität: Eine wachsende Bedrohung für öffentliche Stellen
Immer häufiger rücken lokale Behörden ins Visier von Cyberkriminellen. Ein besonders schwerwiegender Fall ereignete sich Ende Oktober 2023, als die Südwestfalen-IT (SIT), ein kommunaler IT-Dienstleister für über 70 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Opfer eines Ransomware-Angriffs wurde. Die Auswirkungen waren weitreichend:
- Über 100 Kommunen waren betroffen, darunter alle Städte und Gemeinden in fünf Landkreisen sowie weitere Kommunen im Ruhrgebiet und südlichen Münsterland.
- Zahlreiche kommunale Dienstleistungen fielen aus, von der Kfz-Zulassung bis hin zu Standesamtsdiensten.
- Selbst die Nora-App für Notrufe war zeitweise nicht nutzbar.
- Die Wiederherstellung der Systeme und Daten zog sich über Monate hin, mit erheblichen Folgen für die Arbeitsfähigkeit der Verwaltungen.
Leider ist dies kein Einzelfall. Laut BSI-Lagebericht (2023) waren im Berichtszeitraum mindestens 27 deutsche Kommunen betroffen, darunter Stadt- und Kreisverwaltungen, Nahverkehrsbetriebe, Energieversorger und mehr. Millionen Bürgerinnen und Bürger erlebten teils drastische Einschnitte.
Dies verdeutlicht die Notwendigkeit robuster IT-Sicherheitsmaßnahmen und effektiver Krisenkommunikation im öffentlichen Sektor. Es zeigt auch, wie wichtig es ist, alternative Kommunikationskanäle wie Teamwire bereitzuhalten, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Quelle: BSI
Wie kann Ihre Behörde ihre Cybersicherheit steigern?
Überprüfung bestehender Sicherheitsrichtlinien
Um die Datensicherheit zu erhöhen und auf Ernstfälle vorbereitet zu sein, sollten Sie zunächst Ihre bestehenden Sicherheitsrichtlinien überprüfen. Überlegen Sie, wie diese verbessert, verständlicher formuliert oder umfassend umgesetzt werden können. Prüfen Sie regelmäßig den aktuellen Stand, um auf neue Bedrohungen und Taktiken reagieren zu können.
Technische Sicherheitsmaßnahmen

Die eingesetzte Technik spielt eine zentrale Rolle in Ihrer Sicherheitsarchitektur: Setzen Sie technische Sicherheitsmaßnahmen für alle Geräte und Anwendungen in Ihrer Behörde um. Implementieren Sie dabei eine Zero-Trust-Architektur, die davon ausgeht, dass kein Nutzer oder Gerät automatisch vertrauenswürdig ist, unabhängig von seiner Position im Netzwerk.
Führen Sie zusätzlich regelmäßige Penetrationstests und Schwachstellenanalysen durch, um potenzielle Sicherheitslücken proaktiv zu identifizieren und zu schließen.
Kooperation und Zusammenarbeit
Eine Behörde ist nicht allein. Planen Sie im Voraus, wie die Zusammenarbeit mit anderen Behörden in sicheren Bahnen verlaufen oder im Notfall aufrechterhalten werden kann. Es empfiehlt sich, ausfallsichere Software-Lösungen abzustimmen und miteinander zu verknüpfen. Nutzen Sie auch die Zusammenarbeit mit Cybersicherheitsbehörden wie dem BSI, um von aktuellen Erkenntnissen und Best Practices zu profitieren.
Aktualität der Software
Software ist nur dann sicher, wenn sie auf dem neuesten Stand ist: Veraltete Programme und fehlende Updates bieten Angriffspunkte für Cyberkriminelle. Verwenden Sie daher stets aktuelle und gut gewartete Technologien, um kontinuierlich alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen zu können.
Schulungen und Sicherheitskultur
Der Mensch bleibt der wichtigste Faktor für die Cyber-Sicherheit Ihrer Behörde. Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden umfassend und überprüfen Sie das Gelernte regelmäßig. Diese Cyber-Sicherheits-Trainings machen Ihr Team widerstandsfähig gegen Bedrohungen wie Phishing. Fördern Sie zudem eine Sicherheitskultur, in der Cyber-Sicherheit als gemeinsame Verantwortung wahrgenommen wird.
Krisenkommunikation und Notfallmanagement

Im Falle eines Cyberangriffs ist die Sicherstellung der Kommunikation entscheidend. Verwenden Sie einen ausfallsicheren Kommunikationskanal, zum Beispiel einen Cloud-basierten Messenger. Richten Sie zudem ein durchdachtes Notfallmanagement ein. Durch klar definierte Verantwortlichkeiten und Aufgaben können Ihr Team und Ihre Partner gemeinsam effizienter auf eine Krise reagieren und diese bewältigen. Entwickeln und üben Sie regelmäßig einen detaillierten Incident Response Plan für verschiedene Cyberangriffsszenarien.
Zusätzliche technische Maßnahmen
Führen Sie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Benutzerkonten ein, insbesondere für privilegierte Zugänge. Verschlüsseln Sie sensitive Daten sowohl im Ruhezustand als auch während der Übertragung. Segmentieren Sie Ihr Netzwerk in separate Bereiche, um die Ausbreitung von Bedrohungen einzudämmen. Implementieren Sie Systeme zur Echtzeitüberwachung und Protokollierung von Netzwerkaktivitäten, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.
Backups und Disaster Recovery
Regelmäßige Backups und Disaster-Recovery-Tests sind unverzichtbar. Stellen Sie sicher, dass Ihre Daten zuverlässig gesichert werden und die Wiederherstellungsprozesse im Ernstfall reibungslos funktionieren. Einen umfassenden Leitfaden finden Sie hier.
Wählen Sie die richtige Software für mehr Cyber-Sicherheit
Die Wahl der richtigen Software ist entscheidend für die tägliche Arbeit und die Sicherheitsarchitektur Ihrer Behörde. Nicht jede Lösung ist für die öffentliche Hand geeignet. Achten Sie darauf, dass die gewählte Software alle gesetzlichen Bestimmungen einhält und hohe Sicherheitsstandards bietet. Weitere Informationen hierzu finden Sie in diesem Dokument.
Datenhoheit und Zugriffsrechte
Ein wichtiger Punkt ist die Datenhoheit: Eine geeignete Software ermöglicht Ihnen, alle Daten sicher zu halten und den Zugriff zu kontrollieren. Funktionen zur Verwaltung von Zugriffsrechten und zur Überwachung der Datenkommunikation sind unabdingbar.
Kompatibilität und Usability
Die Software sollte zudem kompatibel mit anderen Programmen sein und über API-Schnittstellen verfügen, um eine nahtlose Einbindung in Ihre IT-Infrastrukturen zu gewährleisten. Besonders in Krisensituationen ist dies von großer Bedeutung. Setzen Sie auf benutzerfreundliche Software, die eine intuitive Bedienung ermöglicht. Hohe Usability und Kompetenz der User verringern das Risiko sicherheitsrelevanter Fehler.
Fazit
Die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmenden Bedrohungen durch Cyberkriminalität stellen öffentliche Verwaltungen und Behörden vor große Herausforderungen. Durch die Implementierung robuster Sicherheitsrichtlinien, Anwendung technischer Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden können Risiken effektiv minimiert werden.
Die Wahl der richtigen Software und die Nutzung sicherer Kommunikationsplattformen sind ebenso entscheidend, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Mit einer gut durchdachten Strategie zur Cyber-Sicherheit und einem umfassenden Notfallmanagement sind Ihre Behörden besser darauf vorbereitet, die Herausforderungen der digitalen Welt zu meistern. Durch kontinuierliche Anpassung und Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen können Sie die Cyber-Resilienz Ihrer Behörde nachhaltig stärken und somit die Arbeitsfähigkeit und den Schutz sensibler Daten gewährleisten.
