Kommunikation im Gesundheitswesen: Business Messenger – hilfreiches Tool und Lebensretter

Nur wenn eine schnelle, reibungslose und verlustfreie Kommunikation im Gesundheitswesen gegeben ist, lässt sich eine optimale Patientenversorgung sicherstellen. Wie ein Business Messenger für Krankenhäuser, Rehazentren, Altenheime und Pflegeinrichtungen ein hilfreiches Tool mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sein kann, erfahren Sie im Blogbeitrag.

Teamwire, Feb 09 2022

Die Kommunikation im Gesundheitswesen stagniert. So ist sie, etwa in Krankenhäusern, Rehazentren, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen stark fragmentiert und durch antiquierte Technologien, Datensilos sowie Medienbrüche gekennzeichnet. Dabei ist eine schnelle und einfache Kommunikation essenziell, um die Patientenversorgung zu verbessern und das Pflegepersonal zu entlasten. Hier zeigen digitale Kommunikationslösungen, allen voran ein Business Messenger, welches Potenzial in ihnen steckt. Dem Leitgedanken der Telematikinfrastruktur (TI) folgend, verbinden Business Messenger nicht nur Mitarbeitende, indem sie eine Echtzeitkommunikation via Text, Sprache und Video ermöglichen. Sie sind auch in der Lage, Drittsysteme aus der Bestands-IT und Lösungen institutionsübergreifend zu vernetzen.

 

 

Status Quo: Consumer Messenger sind Alltagskommunikationsmittel

 

Die Belegschaft in Krankenhäusern, Rehazentren, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen arbeitet vorwiegend mobil. Daher benötigt sie eine digitale Kommunikationslösung, die als Mobile und Desktop App bereitsteht. Naheliegende Optionen sind Messenger wie WhatsApp, Signal oder Telegram. Tatsächlich ist der Gebrauch sogenannter Consumer Messenger, die für private Zwecke entwickelt wurden, unter Ärzten gängige Praxis. Eine Studie der European Heart Rhythm Association (EHRA) zeigt, dass rund 90 Prozent der teilnehmenden Ärzte medizinische Daten routinemäßig per Messenger senden und empfangen; 80 Prozent davon über WhatsApp. Doch solch unautorisierte Apps einzusetzen, ist datenschutz- und sicherheitstechnisch verboten. Consumer Messenger sind nicht für einen compliance-gerechten Informationsaustausch im medizinischen Bereich geeignet. Als Schatten-IT bieten sie Einfallstore für unbefugte Zugriffe und Hackerangriffe, die schlimmstenfalls Menschenleben kosten.

 

 

Alternative zu WhatsApp & Co.

 

Ein Messenger für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen muss nicht nur DSGVO-konform sein, sondern auch zahlreiche technische (Datenschutz-)Anforderungen erfüllen: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Anonymisierung von Nutzerdaten sowie deren Verarbeitung über Server in Deutschland, vorzugsweise in einem IS027001-zertifizierten Rechenzentrum und On-Premises Hosting. Daneben sollte sich die App über ein professionelles Administratorenportal zentral steuern lassen und eine individuelle Nutzer- und Rechteverteilung ermöglichen. Zudem ist wichtig, dass sie über offene Schnittstellen verfügt, die eine bedarfsgerechte Anbindung von Drittsystemen gestatten. Idealerweise besitzt der Messenger eine Schnittstelle zu HL7 FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources). Dieser Kommunikationsstandard ermöglicht einen reibungslosen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Systemen (Interoperabilität). Zugleich ist es essenziell, dass die App über eine übersichtliche Benutzeroberfläche intuitiv zu bedienen ist. Ebenso sind relevante Business-Funktionen, die auf typische Anwendungsfälle im Gesundheitswesen ausgerichtet sind, ein absolutes Muss.

 

 

Acht richtungsweisende Anwendungsfälle für die digitale Kommunikation im Gesundheitswesen

 

Die folgenden Szenarien zeigen, wie ein sicherer Messenger die Kommunikation im Gesundheitswesen unterstützt:

 

1. Informationsaustausch über Patienten

 

Mithilfe eines Business Messenger lässt sich ein Patienten-Gruppenchat, dem Pflegepersonal und Ärzte angehören, automatisiert erstellen. Ein solcher Chat erlaubt, Fotos, Videos und Dokumente einfach auszutauschen. So kann sich das Pflegeteam per Text- und Sprachnachricht in Echtzeit besprechen, etwa wann die nächste Behandlung geplant ist oder sich die Medikamenten-Dosierung ändert. Eine vollständige Verschlüsselung und integrierte Bildbearbeitungsfunktion gewährleisten die Sicherheit und Anonymität der Patientendaten und sorgt für eine reibungslose Kommunikation im Gesundheitswesen.

 

 

2. Schichtwechsel

 

Nutzt das gesamte Team einen Gruppenchat, lassen sich Übergabeprozesse einfach koordinieren. So ist sichergestellt, dass alle relevanten Informationen strukturiert und verlustfrei weitergegeben werden. Auch lassen sich Schichtpläne digital verwalten und mit den Kollegen teilen. Zudem ermöglicht das Ein- und Ausloggen mit verschiedenen Accounts oder bei größeren Institutionen die Anbindung der App an das UEM-System eine Multi-User-Fähigkeit, sodass mehrere Benutzer dasselbe mobile Device verwenden können. Auch dies ist Bestandteil einer modernen Kommunikation im Gesundheitswesen.

 

 

3. Notfallsituationen

 

Um bei einem kritischen Ereignis, etwa einem Patienten-Notfall oder Feueralarm, ausgewählte Teams oder die gesamte Organisation zu informieren, sind Alarmierungen unerlässlich. Quittierungsfunktionen, Signaltöne, farbliche Hervorhebungen und Lesebestätigungen erleichtern die Wahrnehmung und Koordination. Eine Live-Location-Funktion kann den Echtzeit-Standort von beteiligten Pflegekräften übermitteln. Bei stationären Aufenthalten ermöglicht eine IoT-Schnittstelle, verbunden mit einem Messgerät oder einem Notfallknopf, dass die zuständigen Pflegekräfte den ausgelösten Alarm direkt auf ihr mobiles Endgerät erhalten.

 

 
4. Angehörigen- und Patientenabfrage

 

 

Mithilfe einer WhatsApp for Business Schnittstelle können Angehörige und Patienten mit ausgewählten Personen von Gesundheitsinstitutionen kommunizieren. So lassen sich einfach Anfragen stellen und schnell Informationen einholen. Auch stationäre Patienten können diese Schnittstelle nutzen, um beispielsweise via Chatbots automatisierte Abfragen des Speiseplans im Krankenhaus zu machen und Mahlzeiten auszuwählen.

 

 

5. Austausch mit Institutionen und Leistungserbringern

 

Zwei technologische Ansätze gestatten eine reibungslose Kommunikation im Gesundheitswesen:

  • Sichere Gastzugänge ermöglichen es bspw. ehrenamtliche Mitarbeitende mit in Chat-Gruppen einzubinden. Die Nutzung der App ist dabei nicht limitiert.
  • Interoperabilität erlaubt den digitalen Austausch über Institutionsgrenzen hinweg, sodass sich autarke Gesundheitsorganisationen orts- und zeitunabhängig austauschen können – und das über einen einzigen Business Messenger.

 

 

Was eine digitale Kommunikation im Gesundheitswesen in Zukunft leisten wird:

 

1. Patientenaufnahme

 

Wird ein neuer Patient aufgenommen, so wird für diesen unmittelbar eine elektronische Patientenakte angelegt. Und im Krankenhausumfeld meist auch in ein digitales Informationssystem – bspw. das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) – übermittelt. Durch die erhobenen Angaben, wie Patientendaten, Einweisungsgrund, zugewiesene Station sowie geplante Untersuchungen und Behandlungen während des Aufenthalts, erfolgt die Zuordnung des Patienten zu einem entsprechenden Pflegeteam.

 

Geht man bei der Kommunikation im Gesundheitswesen einen Schritt weiter, wäre es denkbar, bereits vor der Patientenaufnahme ärztliche Dokumentationen aufgreifen zu können. Indem die Daten schneller auf die Station, zum diensthabenden Arzt oder ins Zentrallabor gelangen, lassen sich Behandlungsabläufe nicht nur beschleunigen, sondern auch die Patientensicherheit erhöhen. Informationsverluste, die bei handschriftlichen Notizen vorkommen können, wird so vorbeugend entgegengewirkt.

 

2. Visite

 

Durch die Verknüpfung von elektronischen Patientenakten mit einem Messenger sind alle Patientendaten und -dokumentationen über ein mobiles Endgerät abrufbar. Neue Informationen lassen sich über die Eingabemaske eines Bot-Interfaces hinzufügen. Die geänderten Daten können dann im entsprechenden Informationssystem gespeichert werden. Auch hier lässt sich das Anwendungsszenario für die Kommunikation im Gesundheitswesen weiterführen. So ist vorstellbar, dass ein Patient bei einem stationären Aufenthalt in einer ärztlichen oder rehabilitierenden Einrichtung bereits bei seiner Aufnahme ein digitales Gerät erhält, etwa ein Tracking-Armband inkl. Binärcode, das sämtliche Daten und Untersuchungsergebnisse speichert. Diese können auf direktem Weg in der elektronischen Patientenakte abgespeichert und schließlich über den Messenger abgerufen werden.

 

 

3. Bestellung von Utensilien

 

Gilt es, Utensilien, wie Injektionsnadeln, Tupfer oder Verbände, nachzubestellen, lässt sich das direkt über den Business Messenger abwickeln. Dazu gibt der Mitarbeitende die zu bestellende Menge in ein Bot-Interface ein, das mit der Einkaufsabteilung im Krankenhaus und dem entsprechenden Bestellsystem verbunden ist. Die Verantwortlichen im Einkauf erhalten daraufhin eine Information, um die Bestellung zu überprüfen. Hier sind weitere Szenarien für die Kommunikation im Gesundheitswesen möglich, bei denen sich Bestellvorgänge teil- oder sogar vollautomatisiert realisieren lassen.

 

 

Fazit: Ein Business Messenger kann Leben retten

 

Die richtige Kommunikation im Gesundheitswesen ist das A und O, um die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern und die Zufriedenheit des Pflegepersonals zu steigern. Bereits heute ermöglichen Business Messenger alle Mitarbeitende, alle Systeme und auch alle Institutionen datenschutzkonform in eine direkte Echtzeit-Kommunikation treten zu lassen.

 

 

Wir sind für Sie da!

 

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